Von der Agrarfläche zurück zur Landschaft
Zwischen der rauen Nordsee und dem ruhigen Ringkøbing Fjord entsteht das Landskabshotel Bjerregård auf dem Gelände des ehemaligen Schweinezuchtbetriebs Nygård. Statt unberührte Natur neu zu bebauen, nutzt das Resort den bestehenden Fußabdruck der aufgegebenen Hofanlage.
Mit dem Rückbau der massiven Stallungen, Produktionshallen und des 30 Meter hohen Silos verschwindet ein prägender Störfaktor aus der Landschaft. Die neue Bebauung konzentriert sich auf die historische Bauparzelle und führt die rund 7.000 Quadratmeter bereits beanspruchte Fläche einer neuen Nutzung zu, ohne weitere Naturräume zu versiegeln.
25.000 Quadratmeter neue Dünenheide
Ein wesentlicher Teil des Projekts ist die Renaturierung der umgebenden Landschaft. Künstliche Erdwälle des ehemaligen Landwirtschaftsbetriebs werden zurückgebaut und das ursprüngliche, sanft gewellte Relief der Dünenheide wiederhergestellt.
Mit dem vorhandenen Erdmaterial und der natürlichen Ausbreitung der regionalen Flora entstehen über 25.000 Quadratmeter neue Heidefläche. Damit wächst nicht nur die charakteristische Küstenlandschaft, sondern auch der Lebensraum für heimische Insekten, Amphibien und Reptilien.
Über dem Heidekraut
Ein weich geschwungener Boardwalk aus unbehandeltem nordeuropäischem Holz führt durch die Anlage. Leicht über der Vegetation schwebend verbindet er die einzelnen Bereiche des Resorts und ermöglicht den Gästen, die Landschaft unmittelbar zu erleben, ohne die geschützten Naturflächen zu beeinträchtigen.
So wird bereits der Weg durch das Hotel zu einem Teil des Landschaftserlebnisses.
Der Klitgård neu gedacht
Die Architektur greift die Tradition des westjütländischen Klitgård auf. Die Hauptgebäude orientieren sich am klassischen Vierseithof, dessen geschützte Innenhöfe seit jeher eine Antwort auf Wind und raues Küstenklima geben.
Zur offenen Landschaft löst sich die kompakte Hofstruktur in kleinere Gebäudegruppen auf. Eine mindestens zehn Meter breite Sichtachse bleibt dabei frei und verbindet die Dünen im Westen mit dem Fjord im Osten.
Gebaut aus der Landschaft
Auch die Materialien orientieren sich an der regionalen Bautradition. Roter Ziegel, unbehandeltes oder schwarz gestrichenes Holz, Reet sowie Naturdächer aus Gräsern und Torf bestimmen das Erscheinungsbild.
Die erdigen Farbtöne nehmen sich gegenüber der Landschaft zurück und lassen Architektur, Dünenheide und Fjord zu einem zusammenhängenden Ensemble werden. Das Landskabshotel entsteht so nicht neben der Landschaft, sondern entwickelt sich aus ihr heraus.





